Arbeitsvorschlag für Jörg Allmann

Stelle Die Arbeitsagentur Online 24 – inzwischen gibt es alles als 24 – kümmert sich auch um mich. Warum? Keine Ahnung. Irgend ein Algorithmus meint, dass ich als Archivar oder Scanner ganz gut aufgehoben sei, und dass 19,50 ein attraktives Angebot für mich darstellen. Das mit der Heimarbeit klingt zwar ganz reizvoll, aber danke, ich bleibe für´s Erste mal Geschäftsführer bei holistic-net. Auch wenn meine Gattin manchmal meint, dass mein tatsächlicher Lohn, wenn man ehrlich rechnet, in diese Region geht.

Irgendwie beschleicht mich der Gedanke, dass das Thema Social Analytics oder Business Analytics noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen ist. Die These von Analysten und Consultants auf der abschließenden Podiumsdiskussion der DNUG in Frankfurt, dass die Technik eigentlich keine nennenswerten Grenzen mehr setzt, scheint mir gewagt. Zumindest gibt es Menschen, die mit der Technik nicht tauglich umgehen können.

Elektronische Soforthilfe

chatViele Web Sites bieten inzwischen den absolut “immediate”, “jetzt-genau-helf-ich-dir” super-direkten Chat. Ich habe mal gelesen, das nennt sich “social”. Eine Sekunde zu lange die Maus still gehalten, schon poppt das Chat-Fenster mit dem Hilfeangebot hoch. So auch auf der IBM Website. Nun habe ich mal ganz mutig auf “Ich will! Jetzt, now, immediatamente!” geklickt. Was folgt, ist der Frust der Einsamkeit. Das klassische Call-Center-Erlebnis. Ich bin dann nach 15 Minuten in der Tat essen gegangen und habe das Chat-Fenster zugemacht. Um eine Erfahrung reicher.

Die Cloud ist kein Ponyhof

Im Nachgang zur Microsoft Partnerkonferenz in Kassel lieferte Axel Oppermann einen pointierten Kommentar unter dem Titel “Beerdigt die Toten”. Ich würde ihm den Untertitel “Analyst treibt Unternehmen schriftlich in die Cloud” geben. Ich finde aber, dass man dieser Diskussion noch ein paar Aspekte hinzufügen muss.
Auch ich bin der Meinung, dass in wenigen Jahren alles in der Cloud ist und dass es sich nur um ein verzweifeltes Zappeln der letzten Widersacher handelt, das wir zur Zeit erleben. Trotzdem ….
Die Cloud wird von den Befürwortern fast ausschließlich als technisches Thema, von den Gegnern als Vertrauens- bzw. Security-Thema diskutiert. Auch Axel Oppermann argumentiert, wie es sich von einem Analysten gehört, auf der technologischen und ökonomischen Metaebene.
Die Dinge sind jedoch profaner, menschlicher sozusagen. Aus meiner Sicht fehlen in der Diskussion 99% der Motivation, die Microsoft, IBM, Google und andere treiben. Es ist allein der Wille monopolistisch alles in Griff zu bekommen und im Griff zu behalten. Die Cloud ist das Mittel zur finalen Kontrolle des Marktes. Aus der Cloud gibt es kein zurück. Es ist kaum zu erwarten, dass irgendein Anbieter nennenswerte Unterstützung zur Migration raus aus der Cloud oder von Wolke A zu Wolke B bieten wird.
Wie gut man das im Griff haben kann, zeigt uns Apple im Consumerbereich seit Jahren. Wie Lemminge stürzen wir in den AppStore, geben unsere Geräte masochistisch als Geisel ab.
Selbst Oppermann meint, dass man von einer zunehmenden preislichen und lizenzrechtlichen Diskriminierung,die die Unternehmen in die Cloud treiben soll, ausgehen darf. Warum sollten diese Hebel wieder brav in die Asservatenkammer gelegt werden, wenn der Kunde dann erst mal am Haken hängt? Im Consumer Business stehen für mich alle Cloud-Angebote unter dem Motto: “Erst anfüttern oder technologischen Druck aufbauen, dann melken.” Plötzlich flattern dann die monatlichen Rechnungen ins Haus. Im B2B-Markt funktioniert das nicht anders. Der Markt ist dort nur noch nicht so weit.
Wenn die freie Marktwirtschaft in der IT-Welt noch funktionieren würde, dann könnte man darauf vertrauen, dass sie auch bei den Cloud Services regulierend wirken könnte. Tut sie aber nicht. Wir haben alle in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass wir von Quasi-Monopolisten oder Kartellen umgeben sind.
Die technologische Diskussion über die Vorteile des Lebens in der Cloud können wir gerne führen, da stimme ich auch vielen Analysten zu. Aber leider ist Technologie nicht alles.

IT – Der Himmel auf Erden

HAEGelegentlich werde ich als Nörgler beschimpft. Ich sehe mich aber ständig von Herstellern so unter Druck gesetzt, dass das Nörgeln förmlich herausgepresst wird. Sozusagen als Alternative zur bedingungslosen Zustimmung. Hersteller stellen Ihre Güter typischerweise als Gabe des Himmels dar. Die Selbstkritik ist da eher bescheiden ausgeprägt. Selbstkritik ist ja auch nicht die primäre Aufgabe eines Vertrieblers. IBM erzählt mir, dass Connections etwas ganz Tolles ist und Notes natürlich immer noch, Microsoft erzählt mir, dass alle Microsoft-Produkte den Himmel auf Erden bieten, vorne weg SharePoint. Darüber schwebt dann noch Gott Apple. Den Himmel stelle ich mir aber anders vor. Für mich hat Connections den Zustand des Himmlischen noch nicht erreicht, Notes wird ihn vielleicht nie mehr erreichen, aber das ganze Microsoft-Bündel ist mindestens genauso weit davon entfernt. Administrierbarkeit, Usability, Transparenz …. haben die alle nicht erfunden. Apple nervt zu allem bisherigen Nerv seit iOS7 noch mit dem Hinweis, dass man für das benutzte Ladekabel nicht genug Dollar abgedrückt habe. Die einzige Hinweis, der mich in meiner Nörgelei manchmal verstummen lässt, ist die Aussage eines Freundes: “Wenn das alles leicht und locker funktionieren würde, dann bräuchte es keine IT-Dienstleister, und du müsstest dir einen anderen Job suchen”. Da ist was dran. Also streben wir gemeinsam weiter dem Himmel auf Erden zu. Und sei er ein goldenes iPhone. Beim Surfen nach einem geeignetetn Bild, mußte ich feststellen, dass auch die Website irgendeiner Sekte “himmel-auf-erden.info” zumindest Probleme mit der IT hat.

Zweite Runde: Windows 8 auf Lenovo ThinkPad

Windows8Man kann sich an manches gewöhnen, aber nicht an alles. Nachdem der erste Versuch sich mit Windows 8 vertraut zu machen an einem ThinkPad mit Transportschaden gescheitert ist, habe ich dieses Wochenende dem 2.Versuch gewidmet. Allein schon, dass man ein Wochenende damit beschäftigt ist einen Rechner halbwegs zum Fliegen zu bringen, ist eine Schande. Wenn sich diese Beschäftigung mehr um das Entfernen als um das Hinzufügen dreht, dann ist es eine doppelte Schande.
Nachdem ich mir die Windows 8 Shortcuts zu Gemüte geführt habe, komme ich etwas besser mit Windows 8 im Allgemeinen klar. Der Mensch ist ja konditionierbar. Dennoch lande ich ständig irgendwo, wo ich nicht hinwill, oder suche mir einen Wolf.
Ätzend finde ich nach wie vor den Versuch dem Benutzer ständig einen Microsoft Account unterzujubeln. Bei jedem Installationshandgriff fängt man sich irgendwelche Zecken ein. Fast amusant ist die Tatsache, dass man sich erst mal das Norton Studio als Virenschutz einfängt und dieses dann kontinuierlich Zeckenalarm bei den folgenden Handgriffen meldet. Es ist auch schwierig zu unterscheiden, welcher Müll von Lenovo kommt (der Chinese an sich ist ja auch sehr konsumfreudig) und welcher von Microsoft. Immerhin lassen sich Bing, Skype, Internet Explorer und SkyDrive deinstallieren. Dagegen lässt sich der Store nicht so einfach entfernen.
Unterm Strich: Der Kampf gegen den Konsum-Müll der IT-Welt geht weiter.

Electric monk

DA

Ein netter Kollege von IBM, den ich auf den holistic-thinking-blog verwiesen habe, empfahl mir als passende Lektüre ein etwas älteres Buch, “Dirk Gently´s Holistic Detective Agency” von Douglas Adams. Dort gibt es einen electric monk den Douglas Adams selbst in obigem Zitat beschreibt. Soweit sind wir mit unserem holistischen Anspruch noch nicht, aber vielleicht auf dem Weg dahin.

Douglas Adams durfte ich vor vielen Jahren bei einer – ich glaube damals war es noch – Lotus-Veranstaltung in Boston lauschen, wo er als Keynote Speaker eingeladen war. Beeindruckend! Auf dem Rückflug nach Heathrow war er dann im gleichen Flieger, wenn auch in einer anderen Buchungsklasse. Ich hatte dann nochmal das Vergnügen mit ihm kurz zu “parlieren” und ihm zu der gelungenen Keynote zu gratulieren. Leider ist der gute Mann inzwischen verstorben.

Windows 8 – Nein danke!

Auf die Gefahr hin, daß mich nun mal wieder der Bannstrahl meiner Microsoft-Freunde trifft. Der Rant muß sein.

desktop

Ich hatte gestern erstmals das Vergnügen Windows 8 auf einem nagelneuen Lenovo Ideapad zu installieren und es hat mich abgrundtief genervt.

  • Ich will nicht dazu genötigt werden einen Microsoft Email Account anzulegen.
  • Ich will auch keinen Microsoft Email Account haben müssen. (P.S. Ich habe einen, aber freiwillig)
  • Ich will diese ganze Consumer-Kacke nicht, mit Shop und SkyDrive und Musik und und und …
  • Ich will auch bei einem neuen Betriebssystem intuitiv finden, wo die gesamte Systemkonfiguration liegt und wie ich sie beeinflussen kann.
  • Ich will kein UI, was eigentlich nur auf einem Tablett tauglich zu bedienen ist.
  • Ich will euren häßlichen Internet Explorer nicht.
  • Ich will zumindest alles entfernen können, was ich nicht haben will.

Die versuchte Vereinnahmung des Benutzers durch Windows 8 ist unerträglich. Das hat zuletzt Mao Zedong mit der chinesischen Kulturrevolution versucht, und das war keine Freude.

Ich will, daß IT transparent ist, kein Guerillamarketing für eine Marke darstellt, mir Entscheidungen über Nutzungen offen lässt,

 

Stressige Woche

Die vergangene Woche war enorm stressig. Zu Freitag, 11:00 Uhr, mußten in einem wichtigen Projekt Analysezahlen geliefert werden, die über unsere Tools holistic application management und holistic design scan ermittelt wurden und final in Excel Sheets fließen. Wenn dann noch ein Tag für einen Business Trip nach Heidenheim wegfällt und am Freitag wichtige Mitarbeiter nicht verfügbar sind, dann muß der Rest schon optimal funktionieren. Die personelle Logistik will ich hier mal außen vor lassen, aber den Technikstress will ich doch kurz mal aufzählen.

  • Ich hatte in dieser Woche insgesamt 9 Blue Screens. Selbstverständlich in den ungünstigsten Momenten. In aller Regel im Rahmen gleichzeitiger Resourcen-intensiver Nutzung von Notes, Excel, Word, Skype und WebEx inkl. diverser VPNs. (Lenovo T420, Windows 7, Notes 9, Office 2013)
    Zeitverlust in Summe: 2-3 Stunden :evil:
  • Ich habe mir am Dienstag-Abend irgendwie mein persönliches Notes-Adressbuch zerschossen. Das ist ein worst case für Notes Nutzer, weil alle Locations und alle Connections weg waren. 2-stündiger erfolgloser Reparaturversuch mit windigen Fehlermeldungen des Notes Clients. Dann Rückgriff auf ein leider etwas angestaubtes Backup.
    Zeitverlust: 2 Stunden :evil:
  • Im Rahmen des Wiederbelebungsversuches meines Notes Client hat der Admin meines Vertrauens meinen Notes Client mal schnell neu installiert. Ärgerliches Ergebnis am Freitag: Ich habe mal wieder eine große und wichtige Notes Datenbank versehentlich verschlüsselt für einen Kunden hochgeladen, weil die Strategen von IBM meinen, daß seit Notes 8 das Default-Setting beim Erzeugen von lokalen Datenbanken lokale Verschlüsselung ist. Nervig und sinnlos. Ein Meldung: Diese Datei ist lokal verschlüsselt anstatt dubioser Fehlermeldungen wäre hilfreich, liebe IBM.
    Zeitverlust: 1 Stunde und ein peinliches Telefonat mit dem Eingeständnis an den Kunden, daß ich Mist gemacht habe. :evil:
  • Excel meldet immer wieder einen Fehler, der aber nur in einem Hintergrundfenster gezeigt wird und leider nicht erklärbar ist.
    Excel
    Die Lösung besteht darin, daß man bei jedem Lauf eines Import-Makros wieder ohne Sinn und Verstand einen neuen Namen eingibt. Gedruckt wurde das Sheet übrigens nie.
    Zeitverlust durch vergebliche Fehlersuche: 2 Stunden :evil:
  • Der Notes 9 Standard Client ist beim Arbeiten unter Stressbedingungen – vorsichtig ausgedrückt – keine Freude. Dieses ständige Gewerkel im Hintergrund für vollkommen intransparente Prozesse nervt abgrundtief. Für effiziente Analystätigkeiten und Massenprozesse brauche ich etwas, was nicht die halbe Zeit mit sich selbst beschäftigt ist. Da beneide ich die Kollegen mit den schlanken DOS-Box-Tools.
    Pickel :evil: :evil: :evil:Wenn ich diesen Balken in der Statuszeile sehe, bekomme ich Pickel.
    Zeitersparniss durch nicht supportete Nutzung des Notes 9 Basic Clients:
    5 Stunden, dafür aber selten in Sametime verfügbar

Zu guter letzt ist dann am Freitag noch unser LAN im Büro zusammengebrochen. Erste Diagnose: Switch teilweise kaputt. Zweite Diagnose: Nach einem Boot ist alles wieder gut. Dies geschah aber glücklicherweise nach Auslieferung der Analysedaten an den Kunden.