Die Sucht

iOS7Eigentlich wollte ich gestern Abend gar kein Fass mehr aufmachen. Man daddelt noch so ein bisschen auf Facebook rum und siehe da, der Mann der das IT-Gras wachsen hört, Volker Weber, postet: “iOS7 is out”. Ich wollte dann auch nur kurz nachgucken, ob auf dem iPad das rote Nümmerli am Icon “Einstellungen” zu sehen ist. War nicht zu sehen. Aber unter “Softwareaktualisierung” war dann durchaus auf iOS7 hingewiesen. Eigentlich wollte ich dann auch nicht auf “Laden” drücken. Ich bin doch kein Update-Junkie. Aber irgendwie hat mein Finger es dann doch getan. Apple versteht es Sucht zu erzeugen. Bei meinem Notebook habe ich nie das Bedürfnis das allerneueste OS-Release zu haben. Zuerst stand dann da: “Noch ungefähr 1 Stunde ..”. Das änderte sich dann bald in “Noch ungefähr 6 Stunden …”. In früheren Jahren hätte ich vielleicht die Nacht durch vor dem Gerät gesessen. Gestern bin ich einfach ins Bett gegangen. Morgens war’s dann fertig. Die Konditionierung für iOS7 läuft.

GEMA Gebühren auf USB-Sticks

GEMANatürlich ist das ein alter Hut, denn es gilt schon seit über einem Jahr. Trotzdem fallen einem bestimmte Blüten unserer Gesetzgebung erst auf, wenn man direkt davon betroffen ist. Dass die GEMA an einem 8GB USB-Stick 1,56 € verdient, halte ich für Wegelagerei. Das sind mehr als 30% des Preises. Die sollen ihr Business grundsätzlich überdenken und sich nicht wie Zecken an den Gesetzgeber hängen. Schon der Ausdruck “Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ)” klingt nach stalionistischer Planwirtschaft. Wer kommt denn auf die Idee genau 1,56€ festzusetzen? Wie lautet denn die Rechnung an dieser Stelle: (Personalkosten von GEMA+ZPÜ)/Anzahl der verkauften USB-Sticks in Deutschland = 1,56€. Ich könnte mich aufregen. :-x

Existentielles

iphone5sLiebe Leute, eigentlich wollte ich dieses Apple-Announcement einfach ignorieren, denn ich bin weder der Erste, der etwas postet, noch weiß ich die Bedeutung der 64-Bit-Mobile-Architecture angemessen zu kommentieren. Das weltweite Einsammeln von Fingerprints für die NSA über Apple sehe ich nun auch nicht so wirklich als Fortschritt. Der doppelte Blitz wird vermutlich auch nicht dafür sorgen, dass ein 5S sauber zu fokusieren lernt. Aufnahmen ohne ausreichendes Tageslicht werden weiter ein Glücksspiel sein. Ich habe allerdings lebhafte Vorstellungen in welchen Gucci-Taschen und Armani-Hosen die silberne und die goldene Variante landen werden. Ich denke der russische Markt gibt da was her, der arabische wohl auch. Spannend wird sein, welche Farbwahl Männer, die ihren Ehefrauen und Geliebten das neue iPhone zukommen lassen, treffen werden. Silber für die Gattin, Gold für die Geliebte, oder doch umgekehrt? Man wird sehen.

Optimierungspotential

Manchmal bekomme ich kurze Panikattacken, wenn ich befürchte, irgendetwas wichtiges verloren zu haben. Gestern, beim Verlassen des Niedersachsenstadions nach dem grandiosen Sieg gegen Mainz 05, war ich einige Minuten lang auf der Suche nach der 96-Dauerkarte. Fehlanzeige in allen vier Hosentaschen, Fehlanzeige in acht durchsuchten Taschen der Regenjacke. Mein Gedanken kreisten schon um die Wiederbeschaffung der Dauerkarte, was im Prinzip möglich sein sollte, da sie sich auf einen bestimmten Sitzplatz bezieht und man die verlorene Karte sicher sperren lassen kann. Die Karte fand sich dann nach besonnenem Abtasten der Regenjacke in Innentasche Nr.9.

Nächtliche Alpträume, die sich um das Verlieren oder Suchen von diesen Alltagsutensilien wie Schlüssel, Scheckkarten, Geld, Handy, USB-Stick und ähnlichem drehen, habe ich öfter. Es scheint zumindest ein mich belastendes Problem zu sein.

Warum dieses Thema hier im Blog? Technisch wären doch fast alle diese Dinge verzichtbar und durch ein einziges RFID-Chip irgendwo unter der Haut ersetzbar. Zumindest alle Schlüssel, alle Scheckkarten und das Geld. Handy ist vielleicht etwas komplizierter. Die Google-Brille ist ja auch keine Lösung, weil man dann ständig die Brille suchen würde.

Als Kontra stehen natürlich viele Argumente: Die Verdichtung aller Zugangsdaten auf einen Speicher bietet mannigfaltige Gefahren des Missbrauchs. Die NSA und andere Schlappmützendienste würden sich allerdings freuen über die Konsolidierung. Der Marketingeffekt der bunten Einkaufskarten würde wegfallen. Schlüsseldienste müssten sich auf Schuhreparaturen reduzieren. Das Smartphone als Statussymbol würde u.U. auch wegfallen. Taschendiebe müßten sich neue Berufsfelder suchen. Der gemeine Raubüberfall auf der Straße müsste neu gestaltet werden.

Ein Verfahren, das ich schon vor 30 Jahren bei Kaiser´s an der Kasse erlebt habe, würde sich allerdings kaum ändern: Dort standen manchmal Punkies hinter einem an der Kasse, haben ihren Tagesbedarf auf´s Band gelegt, und mit den Worten “Zahl mit!” den Kunden davor aufgefordert seinen Sozialbeitrag zu leisten. Da mußte an niemanden Hand angelegt werden.

Electric monk

DA

Ein netter Kollege von IBM, den ich auf den holistic-thinking-blog verwiesen habe, empfahl mir als passende Lektüre ein etwas älteres Buch, “Dirk Gently´s Holistic Detective Agency” von Douglas Adams. Dort gibt es einen electric monk den Douglas Adams selbst in obigem Zitat beschreibt. Soweit sind wir mit unserem holistischen Anspruch noch nicht, aber vielleicht auf dem Weg dahin.

Douglas Adams durfte ich vor vielen Jahren bei einer – ich glaube damals war es noch – Lotus-Veranstaltung in Boston lauschen, wo er als Keynote Speaker eingeladen war. Beeindruckend! Auf dem Rückflug nach Heathrow war er dann im gleichen Flieger, wenn auch in einer anderen Buchungsklasse. Ich hatte dann nochmal das Vergnügen mit ihm kurz zu “parlieren” und ihm zu der gelungenen Keynote zu gratulieren. Leider ist der gute Mann inzwischen verstorben.

Den Spieß umgedreht

Ich möchte jetzt nicht provozieren, dass Azubi-Bewerber versuchen bei uns die gleiche Nummer durchzuziehen, aber ich finde es eine Super-Idee mal eine Ablehnung abzulenhen. In der Süddeutschen steht ein Artikel über einen Azubi, der einfach den Spieß mal umgedreht hat. Als holistic-net tun wir unser Bestes um Ausbildungsplätze anzubieten. Ich denke, es ist ein Erfolgsmodell.

Gott bewahre!

ScreenShotBei manchen technologischen Highlights erkennt man sofort die zwei Seiten einer Medaille. Die IBM bietet einen Webcast mit dem tollen Titel “Executing Effective Email Campaigns”. Der gleiche Weltkonzern postuliert an anderer Stelle, dass Email out sei und dass man tunlichst auf sinnvollere Plattformen umsteigen solle. Naja, nach außen kann man ja weiter Emails schleudern. Der Webcast verspricht, dass derzeit über 20 Kampagnen verfügbar sind. Da kann man nur hoffen, dass man nicht 20mal im Verteiler steckt. Aberwitzig finde ich, dass das Ganze unter dem Untertitel “Intelligence Solutions” läuft. Aber wahrscheinlich habe ich irgendetwas wieder nicht richtig verstanden.