Die Bahn setzt auf Kundenpflege mit IT

Defizite

Liebe Bahn, die Idee ist ja ganz nett und kann auch hilfreich sein. Aber was soll ich denn um 7:54 mit einer Meldung, dass der Zug, geplante Abfahrt 7:22, tatsächliche Abfahrt 7:32, eine “Ermittelte Abweichung: Verspätung” hat. Ich sitze doch seit 22 Minuten drin. Immerhin sind die Angaben ohne Gewähr. Ein bisschen mehr programmatische Intelligenz würde dieser Anwendung auch gut tun.
By the way, es handelte sich um den Sprinter. Das ist dieser Zug, der Dank des Halteverzichts in Göttingen und Kassel in der Theorie 13 Minuten schneller von Hannover nach Frankfurt fährt, dafür aber auch 11.50€ mehr kostet, und in der Praxis genauso verspätet ist, wie viele andere ICEs.

Es grüßt das Hamsterrad

hamsterradEs ist Zeit mal dem Eindruck entgegen zu wirken, dass sich nichts Berichtenswertes tut in unserem Büroalltag. Dem ist wirklich nicht so. Ein Manko ist allerdings, dass man nicht so einfach über laufende Kundenprojekte berichten kann und darf. Stoff gäbe es da genug. Eine kleine persönliche Tageszusammenfassung mit anonymisierten Kundenbezügen sieht folgendermaßen aus:

  • Start in den Tag mit einem internen Meeting zum Thema “Installation des Quest Coexistence Migrators for Notes” bei Kunde A
  • Arbeit an einem high-sophisticated Excel-Sheet zur Kalkulation der Recoding-Kosten für die Notes Applikationslandschaft für Kunde B unter dem Aspekt des Wechsels des Email-Systems von Domino/Notes nach Exchange/Outlook
  • Internes Meeting zur Angebotserstellung für ein Recruiting Portal bei Kunde C
  • Telefonkonferenz zur Planung einer IBM Connections Installation bei Kunde D
  • Telefonkonferenz zur Planung der Email-Migration Notes->Outlook für 50 Mitarbeiter an drei Standorten in Argentinien bei Kunde E
  • Vorbereitung eines Meetings bei Kunde F zur Implementierung einer neuen, kleinen Notes-Applikation (auch das gibt es noch)
  • Internes Meeting mit Präsentation einer SharePoint-Site für Kunde A. Erkenntnis, dass man InfoPath Services die SharePoint Enterprise Edition Lizensierung braucht
  • Telefonkonferenz, in der ein Partner seine Industry 4.0 Lösung präsentiert, mit deren Output wir wiederum den Connections Activity Stream füttern wollen

Nicht jeder Tag ist so vielfältig wie dieser, zumal Vielfalt auch ganz schön anstrengend sein kann, aber schlafen tun wir nicht.

 

EULUC Update

eulucManches dauert lange und kleinere Nacharbeiten sind noch notwendig, aber der große Schritt von IBM Connections 3.0 auf IBM Connections 4.5 für EULUC, die Kommunikationsplattform der DNUG, ist gemacht. Ich will jetzt nicht nochmal alle Leiden dieses Updates aufzählen, weil das manchen Kritikern unberechtigt in die Karten spielt. Festzuhalten ist: Wir, d.h. die Kollegen von SOFTWERK und holistic-net wissen wie es geht und vor allem, wo die Fallen sind. Und es läuft. Nochmal Danke an alle Beteiligten.

Domino Server und ID Tables

Der Domino Server verwaltet intern eine sog. ID Table pro Datenbank. Das ist der interne Index zum Auffinden der Note-IDs. Bei sehr großen Datenbanken und unglücklichen Implementierungskonzepten kann diese ID-Table an die Kapazitätsgrenze kommen, was dazu führt, dass nichts mehr funktioniert in dieser Datenbank. Der Zustand ist dann äußerst ärgerlich und nicht schnell zu reparieren. Fehlermeldungen im Log sehen dann wie folgt aus.

id table

Zitat IBM aus einem PMR-Mail: “Usually, the inability to extend an IDTable is due to lots of delete activity on the database being updated.  Since Domino does not reclaim NoteIDs, the IDTable structure eventually fills up and cannot be used unless or until a new replica is made of the database.”

Wir haben ein internes Tool, um den Füllungsgrad dieser ID Table auszulesen. Man kann dann Maßnahmen ergreifen, um das Problem zu beseitigen, bevor es zum Stillstand kommt. Wer vor dem gleichen Problem steht, kann sich bei uns melden. IBM sagt, dass das Problem unter Notes 9 im Rahmen des Compact gelöst werde. Ausprobiert haben wir es noch nicht. Wenn viele schreien, bauen wir noch ein UI für das Tool, damit es auch für andere Admins nutzbar ist.

Als alles noch gut war!

Notes7
Aus gegebenen Anlass muss ich mal ein Plädoyer für den guten alten 7er Notes Client loswerden. Das war der letzte Notes Client, mit dem man schnell arbeiten konnte. Gut, ich weiß, auch der 8er Notes Basic Client ist schnell, aber der wird ja unter Notes 9 offiziell gar nicht mehr unterstützt und ist nur für Insider nutzbar. Eigentlich gehöre ich eher zu den Leuten, die von allen Softwareprodukten immer die neueste Version haben wollen, selbst wenn ich dann über manchen Fortschritt fluche. Wenn man aber schnell mal eine VMWare aufsetzen will, um projektbedingt über VPN auf eine Kundenumgebung zuzugreifen und dort über einen Notes Client per Agent Daten herunterladen will, dann ist ein 7er Client ein Segen und ein 8er Client ein Monster. Wenn es einfach nur darum geht ohne Innovationsbalast etwas effizient zu, dann muss man das Rad auch mal zurückdrehen.

Programming bei der Bahn

Lisp in LeipzigIn meinem Alter hat man ja schon viele Programmiersprachen kommen und gehen gesehen. Eine davon war LISP, damals an der Universität Kaiserslautern. Lang, lang ist´s her. Auch wenn sich mir das Anwendungsspektrum dieser Sprache vielleicht nicht ganz erschlossen hat, so blieb mir die Klammernzählerei doch in Erinnerung. Möglicherweise versucht die Bahn diese Sprache nun wieder aufleben zu lassen, um ihre Anzeigetafeln zu steuern. Die Anzeige im Bild läuft vermutlich gerade im Modus: “Display source code”